Unsere Side Events zur Münchner Sicherheitskonferenz 2026

Von
Jeroen Dobber und Maik Schnierer
MSC

Foto: Denys Dolzhenko

In diesem Jahr waren die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Bayern und die Thomas-Dehler-Stiftung mit zwei offiziellen Side Events im Emerging Leaders Programm der Münchner Sicherheitskonferenz vertreten.

Stars, No Stripes? Europe’s Path to Space Sovereignty

Die erste Veranstaltung, eine Kooperation mit den Young Security Conference Fellows, dem Amerikahaus München sowie dem BayFrance Bavarian-French University Center, diskutierte unter dem Titel „Stars, No Stripes? Europe’s Path to Space Sovereignty“ über eine souveräne europäische Weltraum-Sicherheitsarchitektur.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Europa unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen in den USA zu einer eigenständigeren Sicherheitsstrategie gelangen kann. Als besonders kritischer Bereich wurde der Weltraum hervorgehoben: In zentralen Fähigkeiten ist Europa weiterhin stark von den Vereinigten Staaten abhängig – etwa bei militärischen Aufklärungssatelliten, der Navigations- und Zeitsynchronisation (GPS) sowie bei Frühwarnsystemen für die Raketenabwehr. Die Session nahm diese Abhängigkeiten zum Anlass, europäische Handlungsoptionen für mehr strategische Autonomie im All zu diskutieren – von eigenen Kapazitäten über stärkere Kooperation bis hin zu klaren Prioritäten bei Investitionen und Beschaffung.

Dabei wurde ein deutsch-französischer Impuls als realistischer Ausgangspunkt skizziert: Frankreich bringt mit seinen Startmöglichkeiten und Raumfahrtkompetenzen wichtige Grundlagen ein, Deutschland mit seiner wirtschaftlichen und industriellen Infrastruktur sowie technologischer Leistungsfähigkeit. Gemeinsam könnten beide Länder als „Motor“ für europäische Weltraumsouveränität wirken – nicht im Alleingang, sondern als Kern einer breiteren europäischen Initiative.

Abschließend stand im Fokus, wie dieser Ansatz in eine gesamteuropäische Sicherheitsstrategie eingebettet werden könnte: Welche Rolle EU-Partner und auch Nicht-EU-Staaten spielen könnten, welche Fähigkeiten sie beisteuern müssten und wie sich Lasten, Verantwortung und Nutzen in einer gemeinsamen Architektur fair verteilen ließen.

Auf dem Panel diskutieren Pierre Godart (CfO ArianeGroup Germany), Giulia Pavesi (Lead for Security and Defense, European Space Policy Institute) und Jörg Plass (Airbus Defence and Space) unter der Moderation von Malna Vámos (Young Security Conference Fellow).

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European Information Integrity: Lessons from the War in Ukraine for EU Security

Das zweite Event im Rahmen des Emerging Leaders Programms fand in Kooperation mit der Ukrainischen Freien Universität sowie dem Amerikahaus München statt. Unsere Expertinnen und Experten diskutierten unter dem Titel European Information Integrity: Lessons from the War in Ukraine for EU Security über Russlands hybriden Krieg gegen Europa, die Frage europäischer Resilienz und konkrete Lehren aus den Erfahrungen der Ukraine. Zu Gast waren Dr. Helmut Brandstätter MdEP (NEOS), Galyna Mykhailiuk (Vertreterin des Präsidenten der Ukraine in der Verkhovna Rada), Marietje Schaake (Stanford University) und Dr. Yevgeniya Gaber (George C. Marshall European Center for Security Studies); moderiert wurde die Veranstaltung von Mariam Kublashvili (Präsidentin von YATA Germany).

Im Zentrum standen klare Forderungen: Europa muss Russlands Kampf um die Kontrolle des Informationsraums als Versuch der Spaltung erkennen und entschlossener handeln – mit mehr Transparenz bei Tech-Plattformen, europäischen Alternativen und besserer Aufklärung über russische Verbrechen in der Ukraine. EU-Instrumente wie der European Democracy Shield und der Digital Services Act wurden als wichtige Schritte bewertet, nicht als Zensur, sondern als Antwort auf manipulationsfördernde Algorithmen. Zudem müsse Deutschland Gesamtverteidigung (u. a. Blackout- und Netzausfall-Szenarien) stärker mitdenken. Als Vorbild genannt wurden Resilienz und Optimismus der Ukrainerinnen und Ukrainer; zugleich wurde eine unabhängigere europäische Sicherheitsstrategie betont, da Europa in Bereichen wie Aufklärung, GPS und Frühwarnung weiterhin stark von den USA abhängt.

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