Einblicke in die Weimarer Republik

Der Autor Gunnar Kunz erweckt in seinen Romanen ein wichtiges Kapital der deutschen Geschichte zum Leben
Nachricht06.11.2017Sebastian Zajonz
Autor Gunnar Kunz
Gunnar Kunz (Autor)Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Einblicke in die Weimarer Republik

Knapp 100 Jahre sind seit der Novemberrevolution und damit dem Beginn der Weimarer Republik vergangen. Der Schriftsteller und Illustrator Gunnar Kunz, beschäftigt sich mit in einer Romanreihe mit dieser Zeit. Aus seinem Kriminalroman „Ausgeleuchtet“ hat er bei einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gelesen und Einblicke in das Leben dieser Zeit gegeben. Der Roman spielt im Jahre 1929 in Berlin, wo Kommissar Gregor Lilienthal gemeinsam mit seiner Frau Diana und seinem Bruder Hendrik einen Mordfall im Theater untersuchen, inmitten der politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse der 20er Jahre.

„Ausgeleuchtet ist das neuste einer Reihe von erfolgreichen Krimiromanen die, die Umstände der „Goldenen 20er Jahre“ verdeutlichen. Kunz erzählt mit seinen Büchern die dramatische Geschichte der Weimarer Republik, für ihn ist sie die Hauptdarstellerin. „Es war eine Zeit, in der sich Konflikte auf der Straße ausgetragen haben, wo die alten Strukturen der Kaiserzeit auf neue Freiheiten trafen“, erläutert Kunz.

Dank der akribischen Recherchearbeit, erfasst Kunz den Zeitgeist der 20er Jahre und versetzt den Leser in das kriegsversehrte Berlin. Der Roman ermöglicht einen tiefen Einblick in den Alltag dieser Zeit, was die Menschen bewegte, wie die Politik sie beeinflusste und wie sie mit ihren Problemen umgegangen sind: Inflation, Putschversuche, Finanzkrise und die Gegensätze die durch aufeinanderstoßende Wertesysteme verunsicherten die Menschen der Zeit zutiefst und diese Unsicherheit war ein Nährboden für die wachsenden politischen Spannungen in der Weimarer Republik.

Heute so wie damals

Kunz sieht gewisse Parallelen zwischen den politischen Spannungen der Weimarer Republik und heute – weniger im Aufkommen der AfD sondern vor allem in den politischen Diskussionen der Bevölkerung. „Es geht wieder um Gesinnung und nicht um Meinung und Taten. Gut gegen Böse – das beunruhigt mich“, erklärt Kunz. Die Leute urteilen wieder über andere Menschen wegen ihrer Gesinnung, dabei fehlt für ihn die argumentative Auseinandersetzung mit anderen politischen Einstellungen.

Kunzes Werke erwecken die Weimarer Zeit zu neuem Leben und lassen den Leser die Geschichte erleben. So vermittelt der Autor ganz nebenbei einen Einblick in eine dynamische Zeit und hilft den Beginn der Nazizeit besser zu verstehen.

 

Ausgeleuchtet: Ein Krimi aus dem Berlin der Weimarer Republik

ISBN-13: 978-3954006014