Frauen und die Altersvorsorge

Ein gesellschaftliches Problem?
Nachricht17.09.2020Ferdinand Knapp
Schnappschuss des Zoom-Meetings
Anke Hillmann-Richter, Nicole Bauer und Constanze Hintze im WebinarThomas Dehler Stiftung

Die Rentenansprüche von Frauen liegen auch 2020 noch deutlich unter denen der Männer. Ehen werden immer öfter geschieden, sodass in unserer Gesellschaft das Modell der „Vorsorge-Institution Ehe“ längst ausgedient hat. Frauen stehen alle Berufswege und vielfältige Lebensentwürfe zur Verfügung – mit oder ohne Kinder, in einer Ehe, Partnerschaft, als Single. Doch die politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen spiegeln diesen Wandel nur unzureichend wider.

Die niedrigen Rentenansprüche beginnen oft bei der Wahl der Arbeit. Dabei würden Frauen, so Constanze Hintze, oft in typischen „Frauenberufen“ landen, da sie nicht nach finanziellen Kriterien entscheiden. Diese Berufe verorten sind meist im sozialen Bereich und haben im Durchschnitt eine schlechtere Bezahlung. Viele Frauen verlassen sich, was finanzielle Entscheidungen angeht, auf den Ehemann. Auch opfern Frauen oftmals ihre Karriere für die Erziehung der Kinder, da eine unzureichende Infrastruktur von Kitas und deren Öffnungszeiten viele Frauen oft vor eine Wahl zwischen Karriere oder Familie stellen. Nicole Bauer betont, dass eine bessere Betreuung der Kinder nicht nur im Vorschulalter, sondern auch im Grundschulalter ermöglicht werden sollte. Des Weiteren könne der Ausbau der Rentenzeit für Mann und Frau ein weiterer wichtiger Faktor werden, um der Frau das Jonglieren zwischen Beruf und Familie einfacher zu machen. 

Frauen müssten beruflich mehr in sogenannten MINT-Berufen tätig werden, den Branchen, welche mit die besten Karrierechancen bieten. Aber auch soziale Berufe sollten laut Bauer mehr aufgewertet werden. Auch brauche man mehr Frauen in Führungspositionen. Die FDP, so Bauer, stellte eben einen Antrag im Bundestag, dass auch Auszeiten für Frauen in Vorstandspositionen von börsennotierten Unternehmen möglich sein müssen. Sie appelliert an alle Frauen, sich gegenseitig zu empowern und mehr Eigenverantwortung zu zeigen. 

Constanze Hintze

„Die Rente der Frauen liegt ein Drittel unter der der Männer. Auch das Vermögen der Frauen kommt bei Weitem nicht dem der Männer heran.“

Constanze Hintze

Die niedrigen Rentenansprüche beginnen oft bei der Wahl der Arbeit. Dabei würden Frauen, so Constanze Hintze, oft in typischen „Frauenberufen“ landen, da sie nicht nach finanziellen Kriterien entscheiden. Diese Berufe verorten sind meist im sozialen Bereich und haben im Durchschnitt eine schlechtere Bezahlung. Viele Frauen verlassen sich, was finanzielle Entscheidungen angeht, auf den Ehemann. Auch opfern Frauen oftmals ihre Karriere für die Erziehung der Kinder, da eine unzureichende Infrastruktur von Kitas und deren Öffnungszeiten viele Frauen oft vor eine Wahl zwischen Karriere oder Familie stellen. Nicole Bauer betont, dass eine bessere Betreuung der Kinder nicht nur im Vorschulalter, sondern auch im Grundschulalter ermöglicht werden sollte. Des Weiteren könne der Ausbau der Rentenzeit für Mann und Frau ein weiterer wichtiger Faktor werden, um der Frau das Jonglieren zwischen Beruf und Familie einfacher zu machen. 

Frauen müssten beruflich mehr in sogenannten MINT-Berufen tätig werden, den Branchen, welche mit die besten Karrierechancen bieten. Aber auch soziale Berufe sollten laut Bauer mehr aufgewertet werden. Auch brauche man mehr Frauen in Führungspositionen. Die FDP, so Bauer, stellte eben einen Antrag im Bundestag, dass auch Auszeiten für Frauen in Vorstandspositionen von börsennotierten Unternehmen möglich sein müssen. Sie appelliert an alle Frauen, sich gegenseitig zu empowern und mehr Eigenverantwortung zu zeigen. 

Nicole Bauer, MdB

Wir, die FDP-Fraktion, haben vor Kurzem einen Antrag im Bundestag gestellt, dass Auszeiten für Frauen auch in Vorstandspositionen möglich sein müssen.

Nicole Bauer

Zu den frauenspezifischen Problemen kommen noch den generellen Problemen der staatlichen Rentenvorsorge: Haben vor 40 Jahren noch 4 Beitragszahler für einen Rentner eingezahlt, werden es 2030 nur noch ein Beitragszahler auf einen Rentner kommen. Das bedeutet zwangsläufig einen höheren Beitragssatz oder ein geringeres Rentenniveau. Wie kann man sich also zusätzlich absichern?

Constanze Hinze ist der Meinung, dass Aktien ein Teil vieler Säulen finanziellen Absicherung für das Alter sein können. Mit gut verwalteten Aktienstrategien ließe sich im Schnitt zwischen 6 und 8 Prozent verdienen. Viele Frauen vertrauten zu sehr auf den Staat, was die finanzielle Absicherung angeht, der stößt jedoch an seine Grenzen. Die klassische private Rentenversicherung sieht sie als weiterhin sicheres und solides Vorsorgeinstrument. Eine Riesterrente ist für Hinze wiederum eine „sehr teure Anlegeform“, sie sei zwar solide, aber die Beträge und damit der Nutzen für den Rentenempfänger sinken. 

Die Referenten:

Nicole Bauer ist Abgeordnete der FDP aus dem Wahlkreis Landshut und 2017 über die Landeswahlliste in den Bundestag eingezogen. Vor Ihrer Tätigkeit als Vollzeitpolitikerin hat sie als Dipl.-Wirtschaftsingeneurin in der Energie- und Automobilbranche gearbeitet. Im Bundestag ist sie unter anderem Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Constanze Hintze ist Vermögensanlageexpertin und Geschäftsführerin der Svea Kuschel + Kolleginnen und bieten Finanzdienstleistungen für Frauen in München und Frankfurt an. Sie berät seit über 30 Jahren Frauen in finanziellen Fragen und der Vermögensanlage und hat eine Kolumne im Handelsblatt.

Moderation: Anke Hillmann-Richter